Geheimdéngschter: Sécherheet nei iwwerdenken?

© Carlo Schneider
© Carlo Schneider

Knapps ee Joer nodeems RTL bericht huet, dass den Jean-Claude Juncker vum Marco Mille mat enger Auer ofgelauschtert ginn ass, ass de kompletten Dysfunktionnement beim lëtzebuerger Geheimdéngscht nach ëmmer net komplett opgeschafft. Skandaler, déi am Juli 2013 zum Koalitiounsbroch an doduerch zu Neiwahlen gefouert hunn, sinn zwar duerch d’Kontrollkommissioun an der Chamber opgeschafft an am Rapport festgehale ginn, mä den internationalen Rôle vum Service de Renseignement de l’État (SREL) ass nach ëmmer net ganz kloer. Rezent Entwécklungen am Fall vun der NSA an hirem Oflauschterskandal vun der däitscher Bundeskanzlerin Angela Merkel an PRISM, Tempora an XKeyScore weisen, dass et  onméiglech ass, en Geheimdéngscht ze kontrolléieren. Wéi dann viru puer Deeg mat der Verëffentlechung vu Snowden Dokumenter bekannt ginn ass, dass och de SREL mat der NSA kooperéiert huet, sollt d’Debatt eigentlech och zu Lëtzebuerg ukomm sinn. An dach gouf dëst Thema am Wahlkampf knapps bis guer net thematiséiert an och no de Wahlen kritt dës Thematik net déi Opmierksamkeet, déi se eigentlech verdéngt.
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Demokratieverständnis früh fördern

Mein Artikel, welcher am 6. November 2013 im “Lëtzebuerger Journal” veröffentlicht wurde. Das Original ist hier zu sehen.

Das Wahlalter auf 16 senken, die Wahlpflicht abschaffen oder Ausländerwahlrecht einführen: Unterschiedlichste Forderungen und Reformvorschläge prägen den politischen Diskurs  zum Wahlgesetz in Luxemburg. Doch reicht es nicht, lediglich die Hürden abzuschaffen und den Zugang zur Wahlurne für alle zu erleichtern. Die Öffnung des Wahlrechts muss auch an Kriterien gekoppelt werden. Wie kann das Demokratieverständnis früh gefördert werden, damit eine aktive Beteiligung in der Gesellschaft für alle möglich wird?

Demokratie für SchülerInnen und StudentInnen …

Um seiner Pflicht als BürgerIn nachzukommen, muss der Zugang zu Informationen und Bildung für alle frei zugänglich sein. Dies fängt bereits in der Schule an. Im Zuge einer Senkung des Wahlalters muss auch über eine bessere politische Bildung in der Schule diskutiert werden, sowohl im theoretischen als auch im praktischen Sinne. So muss  politische Bildung  auf dem Stundenplan von allen SchülerInnen stehen,  und genauer über das politische System und den demokratischen Prozess aufgeklärt werden. SchülerInnen sollen Demokratie und Mitspracherecht näher gebracht werden, damit sie bewusst Verantwortung übernehmen.
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Wisou eng Dräierkoalitioun legitim ass

3er Koalitioun: Mat Ach und Krach zesummegefléckt?
3er Koalitioun: Mat Ach und Krach zesummegefléckt? © Gambia Koalitioun Lëtzebuerg

(Disclaimer: Ech hunn mat der Facebook-Säit “Gambia Koalitioun Lëtzebuerg” näischt ze dinn, ech hunn just nogefrot ob ech d’Coverfoto fir de Blogpost notze kéint)

Eigentlech wollt ech mech net zum Thema Dräierkoalitioun äusseren. An ech maachen et awer, well ech gesinn, dass deelweis polemesch an verzweiwelt argumentéiert gëtt. Ech probéieren op déi gängeg Commentairen anzegoen an se ze widderleeën.

Dass d’CSV net an der Regierung ass, ass géint de Wielerwëllen!

Wann den 20. Oktober um Stëmmziedel gestan hätt: “D’CSV muss an d’Regierung, Jo oder Nee” an eng Majoritéit vun de Leit hätt mat “Jo” ofgestëmmt, wier dat effektiv de Fall. Dann wier eng Rout-Blo-Gréng Koalitioun [1] absolut géint de Wielerwëllen. Mä wat ass “Den Wielerwëllen” dann iwwerhaapt? Ech fannen et enorm schwéier, dat genau ze definéieren, besonnesch an engem Wahlsystem wou ee panaschéieren kann. Et ginn nämlech ëmmer manner Lëschte gewielt, den Trend ass säit 1979 ofhuelend, während tëscht de Parteien ëmmer méi panaschéiert gëtt. [2] Dat bedeit also dass d’Stëmmen tëscht de Parteien opgedeelt ginn an dass sou déi meescht Leit keng eenheetlech Meenung hunn, mä verschidde Stréimungen a Parteien ënnerstëtzen. Mä doriwwer eraus ass et sou, dass de “Wielerwëllen” eng Generaliséierung ass, mä ee vun engem Individuum net onbedéngt op e Kollektiv schléisse kann (vgl “individualistischer Fehlschluss”). Dass et keen eenheetlechen Wielerwëlle gëtt, kann ee ganz gutt dorun erkennen, dass eng hëtzeg Debatt iwwert Dräierkoalitioun entfacht ass, an dass d’Vollek quasi an zwee gespléckt ass.

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  1. Ech ënnerloossen de Begrëff “Gambia-Koalitioun” opgrond vun negativen Connotatiounen, besonnesch well  am Gambia d’Mënscherechter oft verletzt ginn; Als Lecture: “Gambian president says gays a threat to human existence“ []
  2. Dumont, Patrick/Fehlen, Fernand/Poirier, Philippe, 2008: Parteiensystem, politische Parteien und Wahlen, in: H. Lorig, Wolfgang/Hirsch, Mario (Hrsg.), Das politische System Luxemburgs. Eine Einführung. Wiesbaden:VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 159. []

Wahlen 2013 – was wäre, wenn…

Die Stimmen wurden alle ausgezählt und die Wahlen sind vorbei. Jede Partei hat sich als große Gewinner darstellen wollen (außer déi gréng) und keiner will verloren haben, weil der einzige Verlierer des Abends ist das Wahlsystem! Denn es gab einige interessante Anomalien im Wahlausgang.

Das endgültige Resultat auf nationaler Ebene sieht wie folgt aus [1]

déi lénk ADR KPL DP Piraten déi gréng LSAP CSV PiD
4,94% 6,64% 1,64% 18,25% 2,94% 10,13% 20,28% 33,68% 1,5%

Die finale Sitzverteilung sieht wie folgt aus:

Eigene Darstellung
Eigene Darstellung

Interessant ist zu vermerken, dass obwohl die CSV im Nord-Bezirk 5,91% Verluste zu verzeichnen hatten, die Volkspartei keinen Sitz einbüßen musste. Déi gréng hingegen haben im Zentrum 2,75% der Stimmen eingebüßt und damit auch einen Sitz. Proportional scheint dies unfair erscheinen, lässt sich aber durch die verschiedene Wahlbezirke begründen (Zentrum ist mehr als doppelt so groß wie der Norden). Auf nationaler Ebene hat die CSV pro 1,46% einen Sitz ergattert, während die Piratepartei mit insgesamt 2,94% nicht im Parlament vertreten ist.

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  1. Quelle: http://www.elections.public.lu/fr/elections-legislatives/2013/resultats/index.html []

Das Wahlsystem in Luxemburg

Copyright © by chd.lu
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Am 20. Oktober werden die politischen Karten neu gemischt.  60 KandidatInnen aus den 9 Parteien, welche zur Wahl antreten, werden als VolksvertreterInnen ins Parlament gewählt, denn Luxemburg ist, obwohl der Großherzog Henri zwar kein gewählter Staatschef ist, eine parlamentarische Demokratie [1].

Und dennoch ist es nicht ganz so einfach in Luxemburg, das Wahlsystem ist komplex und verwirrend. Das Land ist aufgeteilt in vier Wahlbezirke: Süden mit 23 Sitzen, welcher sich aus den Kantonen Esch-sur-Alzette und Capellen zusammensetzt, Zentrum (21 Sitze) mit den Kantonen Luxemburg und Mersch, dem Norden (9 Sitze) mit Diekirch, Redange, Wiltz, Clervaux und Vianden und dem Wahlbezirk des Osten mit 7 Sitzen, zusammengesetzt aus den Kantonen Grevenmacher, Remich und Echternach.

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  1. Art. 51 der luxemburgischen Verfassung; Online unter: http://www.legilux.public.lu/leg/textescoordonnes/recueils/constitution_droits_de_lhomme/CONST1.pdf []

Das Paradigma der Asylpolitik

Foto CC BY-SA 2.0 von tiegeltuf
Foto CC BY-SA 2.0 von tiegeltuf

Das Wort “Asyl”, ursprünglich aus dem Griechischen stammend (“ásylon”) und eigentlich “Unverletzliches” bedeutend [1], steht stellvertretend für eines der größten gesellschaftlichen Paradigmata der Moderne, und gilt ebenso als eine der brisantesten politischen Diskussionen überhaupt. Während es einerseits anerkannte [2] Flüchtlinge und Asylsuchende gibt, die vor Krieg, Verfolgung oder Hungersnöten flüchten müssen und so in teils äußerst prekäre Situationen geraten, in welchen ihnen ein Großteil der Grundfreiheiten aberkannt werden, gibt es auf der anderen Seite die immer wachsende Anzahl von rechten Gruppierungen und eine immer häufiger auftretende Xenophobie. Asylpolitik ist sehr unpopulär und das Verständnis bei der lokalen Bevölkerung ist sehr begrenzt. Allzu oft kommt es zu Ausschreitungen, auch wenn sie glücklicherweise nicht mehr so wie 1992 in Rostock-Lichtenhagen enden. Dennoch bestätigen regelmäßige Proteste [3], dass Xenophobie und Rassismus trotz 21. Jahrhundert immer noch tief in der Gesellschaft verankert sind. Auch das scheinbar interkulturelle Luxemburg, welches sich dank 44,5% Ausländeranteil [4] als ein pluralistisches Land bezeichnen kann und auch will, bleibt von Xenophobie und Fremdenhass nicht verschont. Als dann vor einigen Monaten vier Frauen und Männer, welche über Facebook ihrem Hass gegen Asylbewerber freien Lauf ließen, wegen Aufruf zum Hass zu einigen Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung verurteilt wurden [5], schien die Problematik endgültig in der Gesellschaft angekommen zu sein. Read More

  1. Duden: Asyl, das; Online unter: http://www.duden.de/rechtschreibung/Asyl []
  2. Nach der UN Flüchtlingskonvention von 1951 samt dem ergänzenden Protokoll von 1967; Online unter: http://www.unhcr.de/fileadmin/rechtsinfos/fluechtlingsrecht/1_international/1_1_voelkerrecht/1_1_1/FR_int_vr_GFK-GFKundProt_GFR.pdf []
  3. http://www.taz.de/!122215/ []
  4. Statec: Luxemburg in Zahlen, S. 9; Online unter: http://www.statistiques.public.lu/catalogue-publications/luxembourg-en-chiffres/luxemburg-zahlen.pdf []
  5. Wort.lu – Rassistische Facebook-Kommentare: Autoren verurteilt; Online unter http://www.wort.lu/de/view/rassistische-facebook-kommentare-autoren-verurteilt-511ba01fe4b0c4e1faae9667 []

Politik, ein Männerfeld

Als ich zum ersten Mal wählen durfte und meine Mutter um Rat gefragt habe, meinte sie, wenn ich unentschlossen sei, solle ich doch junge KandidatInnen wählen, bevorzugt Frauen. Auf die Frage hin, warum sie das denn empfehle, meinte sie, dass Frauen generell in der Politik äußerst unterrepräsentiert seien und sich nicht genügend für die Rechte der Frauen eingesetzt wird. Ihren Rat im Hinterkopf haltend, habe ich 2005 schließlich das erste Mal meine Kreuze gemacht.

Faktencheck

Seitdem beschäftigt mich das Thema Gleichstellung und -behandlung von Mann und Frau. Stimmt das, was meine Mutter mir vermitteln wollte? Sind Frauen effektiv unterrepräsentiert?

Sieht man sich die aktuelle Regierung an, so stellt man fest, dass in Luxemburg von insgesamt 13 Ministern lediglich 4 weiblich sind aber 9 jedoch männlich. Dies entspricht einer Quote von 30,77%! Aber auch ein Blick ins Abgeordnetenhaus verdeutlicht die nicht-proportionale Verteilung zwischen Mann und Frau: Hier sind von insgesamt 60 Abgeordneten nur 13  Parlamentarierinnen und stolze 47 Parlamentarier zu finden, oder um es mit Quoten auszudrücken: 21,67% aller Abgeordneten sind weiblich. Graphisch lässt sich die männliche Dominanz bei der Volksvertretung noch plakativer darstellen:

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